Traditionsgasthaus Zum Tapferen Bayern seit 1890 125 Jahre fränkische Küche im Herzen von Erlangen - gegenüber dem Erlanger Rathaus
Nürnberger Straße 43, 91052 Erlangen

Anna u. Philipp Danner

 
Erinnerungen von Manfred Jelden
an seinen Großonkel Philipp Wilhelm Danner,
der in erster Ehe mit unserer Ur-/Großmutter,
Anna Gugel, verheiratet war.
 


*Mädchen* gemalt von Ph. Danner


Philipp Wilhelm Danner
 
Die Urgroßeltern Danner bekamen in Nürnberg und Erlangen acht Kinder. Die ersten beiden sind, in Nürnberg St. Leonhard, geboren, wo die Urgroßeltern wohl eine Zeit lang gewohnt haben, alle anderen in Erlangen. Das dritte Mädchen ist schon nach sieben Monaten gestorben.
 
Philipp Wilhelm (*18.04.1889 + 25.05.1916 gefallen in Vigneulles bei Apremont/Frankreich)
 Maria (*09.06.1890 + 23.08.1979 Erlangen)
 Anna Babette (*08.04.1892 + 21.07.1959 Erlangen)
 Jakob Wilhelm (*29.09.1893 + 22.12. 1958 Erlangen nach Verkehrsunfall)
 Elisabetha Babetta (*27.01.1895 + 09.09.1895 Erlangen)
 August Eduard (*16.07.1896 + 16.09.1916 gefallen in Lambersart bei Lille/Frankreich)
 Fanny (*24.12.1898 + 27.12.1978 Erlangen)
 Therese (*24.12.1898 + 12.02.1987 Erlangen)
 
Der erste Sohn Philipp war ein begabter Kunstmaler. Ein ganz schönes Bild von ihm zeigt eine junge Frau mit Hut (in klein bei mir, in groß im Besitz der Adelheid Pfaff). Aus dem Krieg hat er viele selbstgemalte Postkarten und Bilder geschickt. Er war seit 7. August 1914 mit der Erlanger Gastwirtstochter Anna Gugel – ihr Vater Michael war Wirt vom „Tapferen Bayern“ in der Nürnberger Straße in Erlangen - verheiratet, aber sie waren ohne Kinder geblieben. Die Nachfahren der Gugels in Erlangen wussten noch, dass der Philipp unbedingt die erst 18jährige Anna bei Kriegsbeginn heiraten wollte, damit sie, wenn er nicht zurückkehren sollte aus dem Krieg, nicht unversorgt sei.
Er hat vom 1. Mai 1895 bis zum 30. April 1902, also sieben Jahre, wie es damals Pflicht war, die Werktagsschule in Erlangen besucht. Er hat dabei, wie es in seinem Zeugnis heißt, großen Fleiß an den Tag gelegt, sich große Kenntnisse erworben und „ein sehr lobenswürdiges Betragen gepflogen.“ Seine Noten sind alle „gut“, nur in Turnen nur „genügend“.
Nach der Werktagsschule mussten die Kinder auch anfangs des 20. Jahrhunderts noch drei Jahre eine Sonn- und Feiertagsschule oder eine Fortbildungsschule besuchen; so bestimmte es die k. Verordnung über die Schulpflicht von 1903. Philipp wählte die gewerbliche Fortbildungsschule und verließ sie als Maler-Lehrling am 31. August 1905 wiederum mit guten Leistungen. (Die Original-Zeugnisse sind erhalten und liegen bei mir.)
Im „Gedächtnisbuch der Stadt Erlangen (1914-1918)“ (hg. v. Ludwig Göhring, 1924, S. 107f.) steht, dass Philipp die Maler- und Kunstschule in Nürnberg besucht hat, und dann im elterlichen Geschäft in Erlangen tätig war.
Philipp fiel, wie auch sein jüngerer Bruder August, im ersten Weltkrieg 1916 in Frankreich. Von 1909 bis 1911 hatte er beim 8. Infanterie-Regiment gedient und war 1914 als Unteroffizier der Reserve in den Krieg gezogen.